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Raus aus der Klinik, aber weiterhin angestellt

In der ambulanten Versorgung ist die Selbstständigkeit kein Muss. Viele Praxen bieten Stellen für Ärzte in Voll- und Teilzeit an.

„Das in der ambulanten Versorgung traditionell bestimmende Bild der Einzelpraxis wandelt sich seit einigen Jahren zugunsten von kooperativen Versorgungsformen wie Gemeinschaftspraxen, Praxisnetzen oder Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Die Zahl der angestellten Ärzte wächst seit Jahren stetig. Offenbar legen Ärzte zunehmend Wert auf flexible Möglichkeiten der ärztlichen Tätigkeit, auf Teamwork und auf einen geregelten Arbeitsalltag. Daneben befördert auch die Spezialisierung eine steigende Zahl der fachübergreifend und kooperativ tätigen Einrichtungen.“


Diese Feststellung des GKV-Spitzenverbandes stammt aus einem Positionspapier aus dem Jahr 2012. Tatsächlich wird diese Einschätzung, dass es einen Trend hin zur Anstellung im ambulanten Bereich gibt, eindrucksvoll belegt durch eine Statistik der Bundesärztekammer aus dem Jahr 2019:

Seit 2012 ist die Zahl der angestellten Ärztinnen und Ärzte im ambulanten Bereich von 20.845 auf 43.516 gestiegen.
Gleichzeitig boomt in Deutschland die Teilzeitarbeit. So stieg die Teilzeitquote unter allen Arbeitnehmern zwischen 1991 und 2019 von 18,5 Prozent auf 38,6 Prozent. Auch unter Ärztinnen und Ärzten wird Arbeit in Teilzeit immer beliebter. Um 100 Vollzeitstellen zu besetzen, wurden im Jahr 2015 noch 108 Ärztinnen und Ärzte benötigt, zwei Jahre später waren es bereits 115.


Neben den Möglichkeiten, in einem Medizinischen Versorgungszentrum oder einer Filialpraxis als angestellter Facharzt zu arbeiten, haben Vertragsärzte durch das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG) deutlich mehr Möglichkeiten erhalten, Ärzte – auch fachgebietsübergreifend – einzustellen (§ 95 Abs. 9 SGB V).

Danach kann der Vertragsarzt mit Genehmigung des Zulassungsausschusses Ärzte, die in das Arztregister eingetragen sind, anstellen, sofern für die Arztgruppe, der der anzustellende Arzt angehört, keine Zulassungsbeschränkungen angeordnet sind.

Sind Zulassungsbeschränkungen angeordnet, ist ebenfalls eine Beschäftigung von angestellten Ärzten möglich, wenn sich der Vertragsarzt gegenüber dem Zulassungsausschuss zu einer Leistungsbegrenzung verpflichtet, die den bisherigen Praxisumfang nicht wesentlich überschreitet.

Darüber hinaus gibt es Ausnahmen von der Leistungsbegrenzung, sofern dies zur Deckung eines zusätzlichen lokalen Versorgungsbedarfs erforderlich ist. Angestellte Fachärzte müssen innerhalb von fünf Jahren mindestens 250 Fortbildungspunkte nachweisen.

Für weitere Informationen und individuelle Beratung steht das Team der IWG gern zur Verfügung.

Andrea Ulrich

Als Journalistin kümmert sie sich um den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der IWG, verfasst Pressetexte und plant Veranstaltungen ...

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