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Es muss nicht die Einzelpraxis sein

Bei der Entscheidung für eine Niederlassungsoption geht es nicht nur darum, ob Sie sich eher als Teamplayer oder als Individualist sehen. Besonders mit Blick auf die Verwaltung der Praxis, die Gestaltung der Arbeitszeit sowie Finanzierungsfragen kommt eine Praxisform für Sie womöglich eher in Frage als eine andere.

Einzelpraxis:

Eine Einzelpraxis bedeutet Eigenständigkeit in jeder Hinsicht: Die medizinische Ausrichtung der Praxis, die Auswahl des Personals, die Organisation der Arbeitszeiten und alles Weitere liegt in Händen des Praxisinhabers. Damit ist er auch allein für die Finanzen verantwortlich und trägt die Kosten für Praxisräume, Angestellte und Ausstattung. Als Inhaber einer Einzelpraxis können Sie mit anderen Ärzten kooperieren, etwa in Form einer Praxisgemeinschaft oder in einem Praxisnetz. Zudem können Sie weitere Ärzte in Ihrer Praxis anstellen und auch, mit der dementsprechenden Genehmigung, Weiterbildungsassistenten beschäftigen.

Praxisgemeinschaft:

Als Mitglied einer Praxisgemeinschaft arbeiten Sie selbstständig, mit eigener Patientenkartei und separater Abrechnung. Zugleich nutzen Sie Praxisräume, Personal und Geräte gemeinsam mit anderen Vertragsärzten gleicher oder verschiedener Fachgebiete. Das Ziel dieser Praxisform ist es, durch gemeinsame Ressourcennutzung Kosten zu sparen, die der Inhaber einer Einzelpraxis sonst allein zu tragen hätte. Der Anteil der gemeinsam betreuten Patienten darf 20 Prozent nicht überschreiten.

Berufsausübungsgemeinschaft:

In einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG), früher Gemeinschaftspraxis genannt, üben Sie Ihren ärztlichen Beruf gemeinsam mit anderen Vertragsärzten aus. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie alle dieselbe Fachrichtung haben. In einer BAG behandeln die Partner einen gemeinsamen Patientenstamm und rechnen über eine gemeinsame Abrechnungsnummer ab. Sie bilden eine wirtschaftliche und organisatorische Einheit, arbeiten aber eigenverantwortlich und medizinisch unabhängig.

Um eine BAG zu gründen, benötigen Sie eine Genehmigung durch den Zulassungsausschuss. Für eine gute Zusammenarbeit mit den Partnern muss sowohl die fachliche wie auch die persönliche Ebene harmonieren. Dennoch können Probleme auftreten. Meist sind diese zwischenmenschlicher Natur, wenn zwischen den Partnern Konflikte in Bezug auf die Honorarverteilung, Zielsetzungen oder Mitarbeiterführung auftreten.

Marion Krombach

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