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Aktionstag Betriebliche Darmkrebsprävention

„Die Darmspiegelung ist der Goldstandard"

Beim Aktionstag Betriebliche Darmkrebsprävention waren sich alle Experten einig: Die Koloskopie ist das wirksamste Instrument zur Darmkrebsvorsorge.

Am Mittwoch, 27. Oktober 2021, fand für alle Mitarbeiter des MEDZENTRUM-Netzwerks* ein Aktionstag „Betriebliche Darmkrebsvorsorge“ statt. Das Programm hatte IWG-Projektleiter Felix Rotaru zusammengestellt, der die bundesweite Aufklärungskampagne „Deutschland gegen Darmkrebs“ seit 15 Jahren leitet.

Felix Rotaru (rechts) hatte ein spannendes Vortragsprogramm zusammengestellt.

Darmkrebs – die Risikofaktoren


Im Mittelpunkt des Aktionstages standen die verschiedenen, sehr effektiven Möglichkeiten, das eigene Erkrankungsrisiko für Darmkrebs zu reduzieren. Und das geht sogar, wenn man eine genetische Veranlagung für diese Krebsart hat. Diese familiäre Disposition ist eher selten, es betrifft etwa 5 bis 10 Prozent der Menschen.

Viel häufiger sind Risikofaktoren, die jeder selbst mit einer Veränderung der eigenen Lebensgewohnheiten reduzieren kann. Dazu gehören Rauchen, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung. Und dann gibt es noch Risikofaktoren, die zwar nicht veränderbar sind, die man aber im Blick haben sollte, wenn man sich mit dem Thema Krebsvorsorge beschäftigt: das Alter (bereits ab 40 steigt das Erkrankungsrisiko) und das Vorliegen von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.


Virtuelle Realität macht den Darm erlebbar


Im wahrsten Sinne des Wortes anschaulich war das virtuelle Darmmodell, das den Mitarbeitern während des Aktionstages zur Verfügung stand. Mittels VR-Brille konnten sich alle ein Bild – oder besser: einen Film –  machen vom Inneren des Dickdarms.

Tanja Alstetter vom Unternehmen XCYDE

Möglich gemacht wurde dieses außergewöhnliche Erlebnis vom Unternehmen XCYDE (sprich: „excite“) GmbH aus Leipheim. Frau Tanja Alstetter, eigentlich „Head of Sales Automation“ bei XCYDE, betreut das Darmmodell. Sie erklärte, wie die Kooperation mit der Felix-Burda-Stiftung entstand, die schon seit vielen Jahren mit einem begehbaren Darmmodell für die Darmkrebsfrüherkennung wirbt. „Das begehbare Darmmodell der Felix-Burda-Stiftung ist so groß, dass viele einfach nicht den Platz haben, es für ihre Aufklärungskampagnen zu nutzen“, so Frau Alstetter. XCYDE, als Experte für die digitale Transformation von Modellen mithilfe von „Virtual Reality“, setzt das begehbare Darmmodell quasi in ein erlebbares Modell um.


Stuhltests


Das Vortragsprogramm begann mit der Vorstellung zwei verschiedener Stuhltests. Den Anfang machte der Krebsforscher Professor Dr. Martin R. Berger, der als medizinisch-wissenschaftlicher Berater für das Unternehmen Preventis GmbH in Bensheim tätig ist.

Prof. Dr. Martin R. Berger

Preventis hat einen immunologischen Stuhltest entwickelt, der auf menschliches Blut im Stuhl reagiert. Der Schnelltest für zu Hause heißt „PreventID CC“ und hat den großen Vorteil, dass die Ergebnisse nicht durch vorher verzehrte Lebensmittel verfälscht werden können. Der Test spürt gezielt nur menschliches Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) auf. Eine spezielle Diät ist also nicht erforderlich.

Dr. René M. Kröger


Die Vorstellung eines anderen Stuhltests übernahm Dr. René M. Kröger, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens ScheBo Biotech AG. Aus seinem Hause stammt der Test mit der Produktbezeichnung „M2-PK + Hb“. Dieser Test spürt ebenfalls menschliches Hämoglobin auf (Hb), zusätzlich aber auch ein ganz bestimmtes Enzym namens M2-PK. „Tumorzellen exprimieren dieses Enzym“, erklärte Dr. Kröger. Es sei ein Schlüsselenzym bei Polypen (mögliche Krebsvorstufen) und Darmtumoren.


Koloskopie

„Die Darmspiegelung ist der Goldstandard der Darmkrebsvorsorge“ – darin waren sich alle Experten einig. Diese Untersuchung kann heute absolut schmerzfrei durchgeführt werden. Für gesetzlich Krankenversicherte ist die Darmspiegelung ab 50 Jahren (bei Männern) bzw. ab 55 Jahren (bei Frauen) kostenfrei.

Dr. Ingo Kolossa

Eine solche „Kassenleistung“ bieten weltweit nur vier Länder an, sagte Dr. Ingo Kolossa, Chirurg im Enddarmzentrum Hessen-Mitte in Pohlheim bei Gießen. Dr. Kolossa macht täglich bei rund 17 Patienten eine Koloskopie.

Eindrucksvoll dokumentierte der Proktologe, dass diese Leistung als reine Früherkennungsuntersuchung viel zu selten in Anspruch genommen wird: In seiner Praxis wurden im Jahr 2020 insgesamt 6.031 Koloskopien gemacht, nur 890 davon an Patienten ohne Symptome.
Eine weitere Zahl macht deutlich, wie sinnvoll die Darmspiegelung bei Menschen ist, die gar keine Beschwerden haben: Etwa 26 % aller über 50-Jährigen haben Polypen im Darm. Diese Zellveränderungen können sich zu Tumoren entwickeln. Und das ist der Grund, warum die Darmspiegelung als „Goldstandard“ in der Krebsvorsorge bezeichnet wird: Diese Polypen werden bei der Untersuchung nicht nur entdeckt, sondern sogleich entfernt.

Dr. Kolossa erklärte detailliert und gut verständlich, wie das genau gemacht wird. Sein gut besuchter Vortrag wurde von den Zuhörern sehr aufmerksam verfolgt. Der Experte beantwortete viele Fragen und räumte mit Vorurteilen über die Untersuchung auf, die in der Vergangenheit wesentlich unangenehmer war. Zum einen sind die modernen Abführmittel weniger belastend als früher, zum anderen der Patient heute mit einem Narkosemittel sediert werden, das früher nicht für ambulante Eingriffe zugelassen war.

Auch das Aufpumpen des Darms mit Raumluft, das bei empfindlichen Personen zu Beschwerden führt, muss heute nicht mehr sein. Dr. Kolossa erklärte, dass die Verwendung von CO2 statt Luft dazu führt, dass es weder zu Blähbauch, noch zu schmerzhaften Flatulenzen komme. Das CO2 werde nämlich unbemerkt über die Lunge abgeatmet.

Darmgesunde Ernährung

Dr. Claudia Kaiser

Das Thema Ernährung spielt bei der Prävention von Krankheiten eine große Rolle. Allein mit einer Veränderung der Ernährungsgewohnheiten könnten 30 % aller Krebserkrankungen verhindert werden, so Dr. Claudia Kaiser. Die Ernährungs- und Gesundheitswissenschaftlerin erklärte in ihrem Vortrag, welche Lebensmittel für den Darm gesund sind: Pflanzliche Kost, möglichst bunt (wegen der sekundären Pflanzenstoffe, die entzündungshemmend wirken), Fisch, (wenig) weißes Fleisch, Ballaststoffe aus Rohkost oder Vollkornprodukten. Ungünstig wirken rotes Fleisch und Alkohol. Dr. Kaiser gab ihren Zuhörern auch praktische Tipps, wie ein Speiseplan die Woche über abwechslungsreich gestaltet werden kann.

Gläschenkost mal ganz anders: Regional, frisch, leicht und so... lecker!

Ganz praktisch wurde es in den Pausen: Der gelernte Koch Timo Fago vom Unternehmen RegioGlas hatte ein darmgesundes Catering vorbereitet, das großen Anklang fand. Es gab unter anderem Quinoa, Forelle, Sprossen, Kartoffeln, Linsen und Beerenjoghurt.

Gesundes aus dem Reformhaus

Darmgesunde Knabbereien gab es vom Reformhaus: Nüsse und Trockenfrüchte standen ebenfalls auf dem Büfett.

Mit Entspannungsübungen ins Gleichgewicht kommen

Die Darmgesundheit kann nicht nur durch körperliche Aktivität und gesunde Ernährung unterstützt werden. Auch psychische Faktoren beeinflussen unserer Organe. Sich wohl fühlen, zur Ruhe kommen, mit dem Grübeln aufhören, einfach im Gleichgewicht sein – das sind Ziele, denen man mit Übungen nahekommen kann.

Birgit Böhler

Anleitungen für Anti-Stress- und Entspannungsübungen gab die ausgebildete und erfahrene Yoga-Lehrerin Birgit Böhler den interessierten Teilnehmern des Aktionstages.

Übrigens: Alle Betriebsangehörige bekommen vom Unternehmen einen Stuhltest nach Wunsch spendiert und – wenn sie im anspruchsberechtigten Alter sind – eine Vorsorge-Koloskopie im EDZ in Pohlheim.

*Zum MEDZENTRUM-Netzwerk gehören alle Unternehmen der IWG Holding AG (IWG Ideenwelt Gesundheitsmarkt GmbH, designplus Planungsgesellschaft mbH, medbau Projektrealisierungsgesellschaft mbH, IWG Sales GmbH, IWG Ärztehausverwaltung GmbH) sowie die GSB Steuerberatungsgesellschaft mbH und die Kanzlei HFBP Rechtsanwälte und Notar

Andrea Ulrich

Als Journalistin kümmert sie sich um den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der IWG, verfasst Pressetexte und plant Veranstaltungen ...

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